Die ehrliche Antwort lautet: „Kommt drauf an" — aber nicht als Ausrede, sondern weil der Preis von genau fünf Dingen getrieben wird. Wer die kennt, kann ein Angebot beurteilen, statt es zu glauben.

Die Spanne vorweg

Eine Business-Website beginnt bei mir ab 799 €, eine Web-Application mit Datenbank, Login und Integrationen ab 2.499 € (netto, einmalig). Das sind Startpreise, keine Endpreise — der finale Festpreis steht nach einem 20-minütigen Erstgespräch fest, bevor Sie zusagen. Genau das ist der Punkt: Ein seriöses Angebot nennt eine Zahl, bevor Geld fließt, nicht „ungefähr" und dann eine Schlussrechnung.

Was den Preis wirklich treibt

  1. Datenhaltung & Zustand. Eine Seite, die nur Inhalte zeigt, ist günstig. Sobald Nutzer Daten anlegen, ändern, gemeinsam nutzen — Datenbank, Auth, Rechte —, steigt der Aufwand sprunghaft. Der Übergang von „Website" zu „App" ist die größte Preisschwelle.
  2. Integrationen. Zahlung (Stripe), E-Mail/PDF, externe APIs, KI-Features: jede Schnittstelle ist eine eigene Fehlerquelle mit eigenem Testaufwand. Drei Integrationen sind nicht dreimal, sondern eher fünfmal eine.
  3. Zustände & Edge-Cases. Der „Happy Path" ist 30 % der Arbeit. Leere Zustände, Fehler, gleichzeitige Zugriffe, Verbindungsabbruch — die restlichen 70 % entscheiden, ob die App im Alltag hält.
  4. Rechtliches. DSGVO-konformes Datenmodell, Auftragsverarbeitung, Löschkonzept, Impressum/Datenschutz: kein Add-on, sondern Teil der Architektur. Nachträglich teurer als von Anfang an.
  5. Pflege danach. Software ist kein Möbelstück. Hosting, Updates, Monitoring kosten laufend (bei mir ab 29 €/Monat) — wer das im Angebot verschweigt, verschiebt die Kosten nur.

Warum Festpreis statt Stundensatz

Ein Stundensatz verlagert das Schätzrisiko vollständig auf Sie: Läuft etwas länger, zahlen Sie. Ein Festpreis zwingt den Entwickler, das Projekt vorab zu durchdenken — und macht den Anreiz richtig herum: schnell und sauber fertig werden, nicht Stunden füllen. Der Preis dafür: Der Scope muss vorher klar sein. Genau deshalb steht am Anfang ein Gespräch und ein schriftlich abgegrenztes Angebot, kein offenes Budget.

Die ehrliche Kehrseite: Festpreis funktioniert nur bei klar umrissenem Umfang. „Bauen wir mal und schauen dann" ist kein Festpreis-Projekt — das gehört dann in klar geschnittene Phasen mit je eigenem Festpreis.

Woran Sie ein seriöses Angebot erkennen

  • Es nennt einen Preis und einen Termin vor Projektbeginn — verbindlich, schriftlich.
  • Es benennt, was nicht enthalten ist (das ist wichtiger als die Feature-Liste).
  • Es spricht über Übergabe: Code, Doku, Zugänge gehören Ihnen — Sie sollen nicht an den Entwickler gekettet sein.
  • Es sagt auch mal Nein oder „dafür reicht ein Baukasten" — ein Berater, der nie abrät, verkauft nur.

Häufige Fragen

Warum ist eine „einfache" App teurer als gedacht?

Weil „einfach" sich auf das sichtbare Frontend bezieht. Login, Datenhaltung, Rechte und Edge-Cases sind unsichtbar, aber der größte Teil der Arbeit.

Kann ich klein starten und später ausbauen?

Ja — sinnvoll geschnitten ist das oft der beste Weg. Wichtig ist eine Architektur, die den Ausbau nicht verbaut; das wird im Erstgespräch geklärt.

Was kostet der laufende Betrieb?

Hosting, Updates und Monitoring ab 29 €/Monat, abhängig von Umfang und Integrationen. Diese Zahl gehört ins Angebot, nicht in eine Überraschung.

Hinweis: Allgemeine Orientierung zu Preisbildung, keine verbindliche Kalkulation. Der konkrete Festpreis ergibt sich aus dem Scope im Erstgespräch.

Fazit

Der Preis einer Web-App ist kein Mysterium, sondern eine Funktion aus Datenhaltung, Integrationen, Edge-Cases, Recht und Betrieb. Ein gutes Angebot macht diese fünf Treiber sichtbar und gießt sie in einen Festpreis vor Projektbeginn. Wenn Sie ein konkretes Vorhaben haben: eine kurze Mail mit dem Ziel reicht für eine ehrliche Ersteinschätzung.

Konkretes Vorhaben?

Eine kurze Mail mit Ziel, grobem Rahmen und Zeitvorstellung genügt — Antwort in 48 Stunden, auch ein ehrliches Nein.

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